🌲 Schüler im Einsatz: Klasse 5 hilft bei der Rehkitzrettung! 🦌📸
- ingridrueck
- 1. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Früh aufstehen für den Tierschutz: Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 erlebten am Sonntag, den 21.06.2026, gemeinsam mit ihren Eltern ein spannendes Abenteuer.
Im Rahmen unseres Säugetier-Projekts im Biologieunterricht bot sich uns eine ganz besondere Gelegenheit: Peter Herrmann vom Kitzretter Neckar-Alb e.V. lud uns ein, bei einem echten Rettungseinsatz aktiv mitzuwirken. Während Herr Herrmann bereits seit 4:00 Uhr morgens unermüdlich auf den Beinen war, traf sich unsere freiwillige Helfergruppe um 6:30 Uhr direkt bei ihm, um gemeinsam zum ersten Feld aufzubrechen.
In der frühen Morgensonne ging es los – und trotz der aktuellen Hitzewelle war es um diese Uhrzeit noch angenehm frisch auf den Wiesen. Kurz nach dem Annähern sprang eine Rehgeiß aus dem hohen Gras, ein schöner Anblick – doch hatte sie ihr Kitz in der Wiese zurückgelassen, die heute gemäht werden sollte?
🛸 Eine Drohne für den Tierschutz
Dann kam die Drohne des Vereins zum Einsatz. Herr Herrmann erklärte uns die faszinierende Technik: Die Drohne fliegt die Wiesen systematisch ab und sucht den Boden mit einer hochempfindlichen Wärmebildkamera ab. Da das Gras am frühen Morgen noch kühl ist, leuchten die warmen Körper versteckter Kitze als helle Punkte auf dem Bildschirm auf. So können sie rechtzeitig vor den großen Mähwerken der Landwirte in Sicherheit gebracht werden.
Aus dem Unterricht wussten wir: Ein frisch geborenes Kitz trägt ein hellbraunes Fell mit charakteristischen weißen Punkten. Diese Punkte dienen im hohen Gras der perfekten Tarnung vor Fressfeinden. Zudem besitzen Kitze in den ersten Lebenswochen einen angeborenen Duckreflex und kaum Geruch: Bei Gefahr laufen sie nicht weg, sondern ducken sich flach auf den Boden und verharren völlig regungslos. Was in der freien Natur eine Überlebensstrategie ist, wird bei der modernen Mahd zur tödlichen Falle – denn vor den herannahenden Kreiselmähern flüchten die Tiere nicht.
In unserem Feld war an diesem Morgen zwar kein Kitz versteckt, aber die Spannung war riesig und es war für alle Beteiligten ein absolut großartiges Erlebnis.
🌱 Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hautnah
Dieser Vormittag bot die Gelegenheit den Bildungsplanpunkt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) direkt vor unserer Haustür begreifen. Die Schülerinnen und Schüler lernten hautnah die komplexen ökologischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge unseres Alltags kennen. Der Bogen konnte gespannt werden: Unser eigener Fleischkonsum und die Nachfrage nach Milchprodukten führen zu intensiver Nutztierhaltung. Auch beispielsweise für das private Hobbyreiten und Pferdehaltung benötigen Landwirte unbedingt genügend Heu in guter Qualität. Genau diese Mäh-Saison fällt jedoch exakt mit der Setzzeit der Rehe zusammen, die ihre Kitze im hohen Gras ablegen. Bei der Aktion wurde der Blick der Kinder dafür geschärft, wie eng unser eigenes Konsumverhalten mit der Notwendigkeit von Rettungsaktionen wie dieser zusammenhängt.
❤️ Ehrenamt, das Leben rettet
Ein solcher Einsatz zeigt, wie wichtig die Arbeit des Vereins Kitzretter Neckar-Alb e.V. ist: Allein in dieser Saison hat das Team schon fast 300 Kitze vor dem Mähtod bewahrt! Die Motivation der Helfer ist reiner Herzblut-Tierschutz – und das komplett ehrenamtlich. Da eine solche professionelle Drohnenausrüstung mehrere tausend Euro kostet, freut sich der Verein über Unterstützung. Wer diese wichtige Arbeit unterstützen möchte, findet auf der Vereinshomepage alle Informationen für eine Spende.
Umso schöner war es zu sehen, mit wie viel Begeisterung unsere Schüler und Eltern trotz der frühen Uhrzeit mitgezogen haben, um einen echten, praktischen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Tierwelt zu leisten.
Ein riesiges Dankeschön an Peter Herrmann für diese einzigartige Möglichkeit, angewandten Naturschutz so hautnah mitzuerleben! Ein ebenso großer Dank gilt den kooperierenden Landwirten und den örtlichen Jagdpächtern, ohne deren enge, vertrauensvolle Kooperation und Abstimmung diese Rettungsaktionen überhaupt nicht möglich wären.
Von Dominic Leimgruber






















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